Sponsoringvertrag für Vereine: Muster und Checkliste
Was in einen Sponsoringvertrag gehört, worin sich Sponsoring und Spende unterscheiden und wie die Zusammenarbeit über Jahre gut läuft – mit einem unverbindlichen Muster zum Ausdrucken.
Stand: Oktober 2026
- Beim Sponsoring zahlt ein Unternehmen Geld oder Sachleistungen – und bekommt dafür eine Gegenleistung, meist Werbung.
- Ein schriftlicher Vertrag regelt Leistungen, Betrag, Laufzeit und Kündigung und beugt Streit vor.
- Für Sponsoring gibt es keine Spendenquittung, sondern eine Rechnung – oft mit Umsatzsteuer.
- Die Laufzeit an die Saison koppeln und rechtzeitig vor dem Ende über die Verlängerung sprechen.
Muster: Sponsoringvertrag zum Ausdrucken
§ 1 Vertragspartner
Verein (nachfolgend „Verein“)
Sponsor (nachfolgend „Sponsor“)
§ 2 Leistungen des Vereins
Der Verein erbringt für den Sponsor während der Vertragslaufzeit folgende Leistungen:
- Bandenwerbung: Anzahl/Größe/Ort
- Trikotwerbung: Mannschaft(en)/Position
- Nennung und Logo auf der Website des Vereins
- Beiträge in sozialen Medien: Anzahl/Zeitraum
- Stadiondurchsage bei Heimspielen
- Sonstiges:
Die Kosten für Herstellung und Anbringung der Werbemittel trägt der Verein der Sponsor.
§ 3 Leistung des Sponsors
Geldleistung: € netto pro , zuzüglich Umsatzsteuer in gesetzlicher Höhe, soweit diese anfällt.
Sachleistung: im Wert von €.
§ 4 Zahlung und Rechnung
Der Verein stellt dem Sponsor eine Rechnung. Der Betrag ist zahlbar innerhalb von Tagen nach Rechnungsstellung auf das in der Rechnung genannte Konto des Vereins.
§ 5 Laufzeit, Verlängerung und Kündigung
Der Vertrag beginnt am und endet am .
Er verlängert sich jeweils um , wenn ihn keine Seite mit einer Frist von zum Ende der Laufzeit in Textform kündigt.
Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.
§ 6 Nutzung von Name und Logo
Der Sponsor stellt dem Verein Name und Logo in druckfähiger Form zur Verfügung und erlaubt deren Nutzung für die Leistungen nach § 2 während der Vertragslaufzeit. Der Sponsor darf auf das Sponsoring hinweisen und dabei Name und Logo des Vereins nutzen ja nur nach vorheriger Abstimmung.
§ 7 Exklusivität (optional)
Der Verein schließt während der Laufzeit keine Sponsoringverträge mit Wettbewerbern des Sponsors aus der Branche .
§ 8 Vorzeitige Beendigung
Ein wichtiger Grund für eine außerordentliche Kündigung liegt insbesondere vor, wenn eine Seite durch ihr Verhalten das Ansehen der anderen Seite erheblich schädigt. Bereits gezahlte Beträge für erbrachte Leistungen verbleiben beim Verein; Regelung für nicht erbrachte Leistungen: .
§ 9 Schlussbestimmungen
Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrags bedürfen der Textform. Sollte eine Bestimmung unwirksam sein, bleibt der Vertrag im Übrigen wirksam.
Weitere Vereinbarungen:
Unverbindliches Muster von kadyo.app – ohne Gewähr, keine Rechtsberatung. Vor Verwendung an den Einzelfall anpassen und rechtlich prüfen lassen.
Checkliste: Was in einen Sponsoringvertrag gehört
- Vertragspartner mit vollständiger Anschrift und wer unterschreiben darf (laut Satzung meist der Vorstand).
- Leistungen des Vereins so genau wie möglich: Ort, Größe, Anzahl, Mannschaft, Zeitraum.
- Leistung des Sponsors: Betrag (netto oder brutto klar benennen) oder genau beschriebene Sachleistung.
- Zahlung: Rechnung, Fälligkeit, ggf. Raten.
- Laufzeit, Verlängerung, Kündigungsfrist.
- Wer trägt die Kosten für Banden, Trikotdruck und Ähnliches.
- Nutzung von Logo und Namen – in beide Richtungen.
- Exklusivität, falls vereinbart.
- Was bei vorzeitigem Ende passiert, etwa mit gezahlten Beträgen und angebrachter Werbung.
Sponsoring, Spende oder Werbung – der steuerliche Unterschied
Für Vereine ist die Unterscheidung wichtig, weil davon abhängt, ob eine Rechnung oder eine Spendenquittung ausgestellt wird:
- Spende: Das Unternehmen gibt Geld ohne Gegenleistung. Der gemeinnützige Verein darf dafür eine Zuwendungsbestätigung ausstellen – siehe Spendenbescheinigung im Verein.
- Sponsoring mit aktiver Werbeleistung: Der Verein macht Werbung für den Sponsor, etwa auf Banden oder Trikots. Das ist in der Regel ein steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb; der Verein stellt eine Rechnung, je nach Situation mit Umsatzsteuer.
- Bloßer Hinweis auf den Sponsor: Nennt der Verein den Sponsor nur, ohne ihn besonders hervorzuheben, kann das steuerlich anders behandelt werden.
Typische Werbeleistungen im Amateursport
- Bandenwerbung am Sportplatz oder in der Halle
- Trikotwerbung – Brust, Ärmel, Rücken; oft für einzelne Mannschaften oder die Jugend
- Website und soziale Medien – Logo, Verlinkung, Beiträge
- Stadiondurchsage und Nennung im Spieltagsprogramm
- Namensrechte an Turnieren, Vereinsheim oder Sportplatz
- Ausrüstung als Sachleistung, etwa Bälle, Trainingsanzüge, Kleinbus
Laufzeit und Verlängerung
Viele Sponsoringverträge im Amateursport laufen eine Saison oder ein Jahr. Bewährt hat sich:
- Die Laufzeit an die Saison koppeln, damit Trikots und Banden zum Saisonstart stimmen.
- Zwei bis drei Monate vor dem Ende das Gespräch suchen – mit einem kurzen Rückblick, was der Sponsor bekommen hat.
- Ein Angebot für das Folgejahr schicken, statt auf eine stille Verlängerung zu hoffen.
- Fristen notieren: Eine verpasste Kündigungsfrist ist für beide Seiten ärgerlich.
Sponsoren finden: fünf Tipps
- Im eigenen Umfeld beginnen: Arbeitgeber von Mitgliedern und Eltern, Firmen aus dem Ort.
- Ein klares Angebot machen: Welche Werbeflächen gibt es, was kosten sie, wie viele Zuschauer und Mitglieder erreicht ihr?
- Persönlich ansprechen statt Serienbriefe zu verschicken.
- Sichtbar danken: Fotos mit dem neuen Trikotsatz, Beitrag in sozialen Medien.
- Kontakt halten: Einladung zum Saisonabschluss, kurze Berichte über den Verein.
Sponsoren verwalten mit Kadyo
Kadyo ist eine Vereins-App für Beiträge, Strafenkasse, Rechnungen, Spendenquittungen und Sponsoren. Für die Arbeit nach der Unterschrift bietet sie:
- Sponsoren und Werbeflächen mit Belegung – ihr seht, welche Bande oder welcher Trikotplatz frei ist.
- Vertragslaufzeit je Sponsor, mit Erinnerung vor dem Ablauf.
- Verlängern per Klick: aus der Rechnung wird ein Angebot für das Folgejahr.
- Angebote und Rechnungen mit fortlaufender Nummer und Umsatzsteuer pro Position – Anleitung mit Bildern.
Häufige Fragen
Braucht der Verein einen schriftlichen Vertrag?
Vorgeschrieben ist keine bestimmte Form. Schriftlich ist aber dringend zu empfehlen: Leistungen, Betrag und Laufzeit stehen dann fest, und Streit oder Rückfragen des Finanzamts lassen sich leichter klären.
Muss der Verein Umsatzsteuer berechnen?
Bei aktiver Werbeleistung wie Banden- oder Trikotwerbung liegt in der Regel ein steuerpflichtiger Umsatz vor. Ob tatsächlich Umsatzsteuer anfällt, hängt unter anderem von der Kleinunternehmerregelung ab – das klärt der Verein mit seinem Steuerberater.
Darf es für Sponsoring eine Spendenquittung geben?
Nein. Spendenquittungen gibt es nur für Zuwendungen ohne Gegenleistung. Für Sponsoring stellt der Verein eine Rechnung aus.
Wie lange sollte der Vertrag laufen?
Üblich sind eine Saison oder ein Jahr, oft mit automatischer Verlängerung. Am besten an die Saison koppeln.
Was gilt bei vorzeitigem Ausstieg?
Das regelt der Vertrag. Ohne Klausel ist eine ordentliche Kündigung vor Ablauf einer festen Laufzeit meist nicht möglich; eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund bleibt möglich. Regelt vorab, was mit gezahlten Beträgen und angebrachter Werbung passiert.
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